Das richtige Objektiv

 

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Bei der Wahl der Objektive gibt es natürlich kein Richtig oder Falsch.

Wichtig ist nur, dass man im Laufe der Zeit die Funktionen verschiedener Objektive unterscheiden kann und natürlich weiß, auf was für Fotos man sich spezialisieren möchte. 

So eignet sich für die Studiofotografie im Normalfall kein Ultraweitwinkel, da diese hauptsächlich in der Landschaftsfotografie Verwendung finden.

Qualität

Ein wichtiger Punkt der bei dem Kauf eines Objektivs beachtet werden sollte, ist die Qualität, welche von verschiedenen Faktoren abhängt. Diese können bezüglich des Preises sehr stark variieren, so ist ein Objektiv für 1000€ nicht unbedingt besser als ein Objektiv für 500€. 

Ein Anfänger sollte nicht sofort zu einem solchen Objektiv greifen, sondern erstmal mit dem Kit-Objektiv der jeweiligen Kamera herum probieren um ein Gefühl für Einstellungen, Bildwirkung, Brennweite etc zu bekommen. Die Ansprüche werden natürlich mit der Zeit wachsen, weshalb es nicht schadet, früh genug über die grundsätzlichen Qualitätskriterien von Objektiven Bescheid zu wissen. 

Kriterien, auf die ich im folgenden eingehe, sind die Abbildungsleistung und die Lichtstärke.

Abbildungsleistung

Für eine optimale Abbildungsleistung ist die mechanische Verarbeitung des Objektivs zuständig. Günstige Objektive werden meist aus Kunststoff hergestellt, teure Objektive jedoch aus Metall. Diese sind besonders vor Staub und Feuchtigkeit geschützt, was z.B. für professionelle Naturfotografen besonders essentiell ist, da diese mit Wind, Wasser und Staub zu kämpfen haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt für eine optimale Abbildung ist natürlich die Linse und alles was ''innen'' ist. Je besser die Linse und Mechanik zusammenspielen, desto höher ist auch die Abbildungsqualität und so geringer die Möglichkeit von Unschärfe durch einen falschen Autofokus, was wir natürlich vermeiden wollen.

Lichtstärke

Die Blende hat einen hohen Einfluss auf eine optimale Belichtung. Je weiter offen die Blende ist, desto lichtstärker bzw. desto mehr Licht kommt auf den Sensor. Somit ist es besonders wichtig, auf die maximale Blende des Objektivs zu achten.

Teure Objektive bieten einen Blendenwert von beispielsweise f2.8, diese sind unabhängig von der Brennweite immer gleich lichtstark. 

Die lichtstärksten Objektive sind Festbrennweiten, die häufig in der Porträtfotografie eingesetzt werden. Sie bieten Blenden bis hin zu f1.2. 

Wichtig hierbei zu beachten ist, dass sich oftmals die Schärfe, sowie die optische Auflösung bei Extremwerten wie z.B. f1.2 deutlich verschlechtert und man in einem solchen Fall etwa 2 Stufen abblenden sollte.

links aufgenommen mit Blende f3.5 ,rechts aufgenommen mit maximaler Blendenöffnung  f1.8 

Rechts sieht man eine deutliche Unschärfe sowie einen Qualitätsverlust, es wirkt außerdem weichgezeichnet. Links dagegen Schärfe, sowie hohe Auflösung

Fotografiert mit der 50 mm f1.8 Festbrennweite von Canon

Weitwinkel -und Ultraweitwinkel

Weitwinkel -und Ultraweitwinkel werden die Objektive mit der kürzesten Brennweite genannt, beginnend bei 10 mm, bis hin zu etwa 40 mm. 

Aufgrund der kurzen Brennweite ist der Bildausschnitt größer, das heißt man bekommt mehr aufs Bild, weshalb diese Objektive hauptsächlich in der Landschafts -und Architekturfotografie Verwendung finden.

 

Aufgenommen mit dem Tokina 11-16 mm DX II f2.8

Man erkennt einen klaren Bezug zwischen Vorder -und Hintergrund 

Weitwinkelobjektive für Einsteiger

Beim Kauf eines Objektivs ist zu beachten, ob du eine APS-C Kamera (z.B. Canon EOS 700D) oder eine Vollformat-Kamera (z.B. Canon EOS 6D) verwendest, denn natürlich unterscheiden sich die Objektive enorm. Da viele Anfänger jedoch noch nicht im Vollformat fotografieren, sondern mit APS-C/Crop-Sensor, stelle ich hier als Orientierungshilfe ausschließlich Objektive für APS-C Kameras vor.

(Jedes dieser Objektive habe ich bereits verwendet)

 

Canon EF-S 10-18 mm f3.5-5.6 

 

Dieses Ultraweitwinkel-Objektiv von Canon bietet eine Brennweite ab 10 mm, um möglichst viel auf das Foto zu bekommen. Es arbeitet recht zuverlässig, allerdings habe ich bei der Verwendung dieses Objektives Unschärfe an den Rändern des Fotos feststellen müssen. Das Preisleistungsverhältnis ist jedoch absolut in Ordnung. 

Für Einsteiger kann ich es auf jeden Fall empfehlen.

 

 

Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM

 

Ebenfalls wie das Canon 10-18 mm ist diese Weitwinkel-Festbrennweite eine preisgünstige Alternative für Einsteiger und bietet mit einer Lichtstärke von f3.5 eine schöne Abbildungsleistung, mit welcher ich persönlich auch zufriedener war, als mit der Abbildungsleistung des Canon EF-S 10-18 mm f3.5-5.6

Ich kann es also nur empfehlen.

 

Das Fisheye - Objektiv

Extremfälle der Weitwinkel sind die Fisheye-Objektive, die bei einer Brennweite von unter 10 mm beginnen und bis zu 180 Grad aufs Foto bekommen. Sie bilden alles sehr verzerrt und verkrümmt ab, was einen coolen Effekt haben KANN aber nicht muss. 
Daher sollte man sich vorher gut überlegen, ob sich eine Anschaffung eines Fisheyes lohnt, da diese sehr teuer sind und oftmals nur selten Verwendung finden. 

Festbrennweiten

Festbrennweite werden all jene Objektive genannt, die wie der Name schon sagt, eine feste Brennweite haben, z.B. 35 mm oder 50 mm. 

Wie oben im Artikel schon beschrieben, sind sie meist sehr lichtstark mit einer Blende bis zu f1.2 und werden hauptsächlich in der Porträtfotografie eingesetzt, denn Porträts wirken am besten, wenn sie offenblendig aufgenommen wurden, sodass der Vordergrund scharf, und der Hintergrund unscharf dargestellt werden.

Bei APS-C Kameras sollte die Brennweite optimalerweise 50 mm oder 35 mm und bei Vollformatkameras 85 mm betragen.

Beide Objektive kommen sehr nah an das menschliche Auge heran und wirken daher sehr natürlich.

 

Ich persönlich setze sie aber auch gerne in der Landschafts -und Architekturfotografie ein.

Festbrennweiten für Einsteiger

Gute Festbrennweiten kann man schon sehr günstig bekommen, einige meiner Meinung nach empfehlenswerten stelle ich nun als Orientierungshilfe vor, ebenfalls für APS-C Kameras. Diese habe ich ebenfalls bereits verwendet.

Canon EF 50mm 1:1.8 STM

 

Die 50 mm Festbrennweite mit einer Lichtstärke von f1.8 ist mein absolutes Lieblingsobjektiv. 

Man bekommt es schon für knapp 100€ und es bietet optimale Ergebnisse. Die Fotos sind gestochen scharf und haben eine hohe Auflösung.

Für Einsteiger wirklich nur zu empfehlen!

 

 

 

Canon EF 35mm Objektiv 1:2 IS USM

 

Ebenfalls von Canon, die 35 mm Festbrennweite bietet dank einer Lichtstärke von f1.2 ebenfalls tolle Schärfeverläufe über das gesamte Foto. 

Ich persönlich habe mit diesem Objektiv erst 1 Mal fotografiert, war aber begeistert und werde es mir auf jeden Fall bei Zeiten zulegen. 

Die Qualität und Schärfe gefällt mir bei bei diesem sogar noch besser als bei der 50 mm Festbrennweite, welche es übrigens auch schon mit einer Lichtstärke von f1.2 zu erwerben gibt.

 

Beide Objektive gibt es auch von Nikon, die ich persönlich aber noch nicht getestet habe.

Teleobjektiv

Ein Teleobjektiv beginnt bei einer Brennweite von 60 mm und kann bis hin zu 1000 mm oder auch mehr reichen. Sie holen weit entfernte Motive nah heran und lassen den Hintergrund des Fotos unscharf darstellen, je weiter du in den Telebereich gehst.

Aufgrund dessen werden sie, wie auch Festbrennweiten, häufig in der Porträtfotografie eingesetzt, dort ab ca 70 mm bis hin zu etwa 100 mm. 

Wenn du in der Natur unbemerkt fotografieren möchtest, bist du ab einer Brennweite von 100 mm gut beraten. 

Teleobjektive werden neben der Porträt -und Naturfotografie auch in der Sport -und Eventfotografie eingesetzt. 

Je größer der Abstand zum Motiv ist, desto mehr ist eine Brennweite von 200 mm aufwärts von Vorteil. 

Teleobjektive für Einsteiger

Hochwertige Teleobjektive sind baubedingt sehr teuer und können preislich bis zu 1000€ aufwärts gehen. 

Allerdings gibt es auch zahlreiche Einsteiger-Modelle in diesem Bereich, dessen Qualität sich in Relation zu den Anschaffungskosten durchaus sehen lassen kann.

 

 Canon EF 75-300 4-5.6 III USM

 

Dieses Objektiv habe ich mir zusammen mit meiner ersten Spiegelreflex-Kamera und dem Kit-Objektiv gekauft und war sehr zufrieden. Für den Anfang und um ein bisschen im Telebereich zu probieren reicht es völlig aus.

 

Fazit

Wie man sieht, gibt es keine Regeln welches Objektiv man wann und wo unbedingt einsetzen muss. Es kommt immer auf den Bildlook an, den man erzeugen möchte, da kannst du dann im Laufe der Zeit ein bisschen herum probieren. :-)

Kommentare: 2
  • #2

    Heinz (Mittwoch, 28 Dezember 2016 14:11)

    Danke - finde ich gut.
    Auch Deine persönliche Bemerkung steht auch noch auf meiner Wunschliste.
    Ich fotografiere mit ner kleinen Systemkamera nex 6 mit APS C und E mount Objektiven.
    Die sind bei Sony dann richtig teuer. Egal man steht ja immer im Zwiespalt, brauche ich das Objektiv wirklich. Ich habe beispielsweise das Sigma 30mm f 2.8 - schärfer wie Leica.
    Top nur es liegt leider rum da ich das für Architekturfotografie eigentlich nicht brauche, da renne ich dann mit der 19mm Festbrennweite rum. Und auf der Wunschliste steht das 30mm f2.8. oder/und das 16-70mm Leitz f4.0

  • #1

    Alex (Mittwoch, 28 Dezember 2016 12:52)

    schön ausführlich, klasse!!